Islamischer Dachverband Heilbronn e.V. (IDHN e.V.)
Islamischer Dachverband Heilbronn e.V. (IDHN e.V.)

"Muslimisches Leben in Deutschland"

Viele der zu uns geflüchteten Menschen sind muslimischen Glaubens. Daraus ergeben sich immer wieder Fragen zu den Glaubenshintergründen und zur Glaubenspraxis. Der Vortrag informiert über den Islam in Deutschland und beleuchtet dabei islamische Gruppen und Strömungen sowie Funktionen von Moscheen und Imamen. Außerdem geht Herr Dr. Hamdan auf den Aspekt der Flüchtlingsarbeit islamischer Verbände ein. Im Anschluss folgt eine Fragen- und Diskussionsrunde.

 

Donnerstag, 10. November 2016 - 19.00 Uhr

Heinrich-Fries-Haus in Heilbronn

 

Dr. Hussein Hamdan, Islamwissenschaftler (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart)

 

Veranstalter:

ARGE Flüchtlingsarbeit Heilbronn und Katholische Erwachsenenbildung Stadt und Landkreis Heilbronn e.V.

 

Katholische Erwachsenenbildung
Stadt- und Landkreis Heilbronn e.V.

Bahnhofstraße 13
74072 Heilbronn
Tel: 07131 89809101
Fax: 07131 89809150
Keb.heilbronn@drs.de
www.keb-heilbronn.de

 

CIAK-Treffen im Oktober 2016 - "Religion in den Medien"

Dienstag, den 18.10.2016 um 19:00 Uhr

Evangelische Friedensgemeinde Heilbronn in der Moltkestraße 80 in 74076 Heilbronn

Einladung zum 2. Workshop: „Interkulturelle und interreligiöse Hospizarbeit“ am 05.03.2016

Hiermit möchten wir Sie ganz herzlich zum 2. Workshop mit dem Thema:

„Interkulturelle und interreligiöse Hospizarbeit“ am 05.03.2016 um 10:00 Uhr in die Räume der Arkus gGmbH in der Happelstraße 17 in Heilbronn einladen.

 

Die Initiatorengruppe – das Pflegenetz Heilbronn e.V., der Islamischen Dachverband Heilbronn e.V. und die Stabsstelle Partizipation und Integration der Stadt Heilbronn – und eine Vielzahl von Organisationen und Vereinen der Hospizarbeit, der verschiedenen Kulturkreise und der religiösen Institutionen haben im Dezember 2015 einen ersten Workshop durchgeführt und einen gemeinsamen Ansatz für eine an die Bedürfnisse der Menschen angepasste interkulturelle und interreligiöse Hospizarbeit entstehen lassen. Die demografische Entwicklung in Heilbronn - im Bezug auf die verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründe der Menschen – macht es einfach unerlässlich, dass die bisherigen Wege erweitert werden und neue Ansätze integriert werden.

 

Beim 2. Workshop sollen diese Ansätze – durch Impulsvorträge mit kulturellem und religiösen Hintergrund ergänzt – in Arbeitsgruppen konkrete Arbeitsschritte entwickelt werden. Zum Abschluss möchten wir konkrete Ziele für 2016 formulieren und erste Aktivitäten in der Hospizarbeit planen.

 

Um organisatorische Abläufe gut realisieren zu können, würden wir uns freuen, wenn Sie sich per Mail: harry.moeller-stein@idhn.de, per Telefon: 07131-6188969 oder per Fax: 07131-6354987 bis zum 02.03.2016 anmelden.

 

Im Namen des Pflegenetz Heilbronn e.V. – vertreten durch den Vorsitzenden Andreas Haupt,
dem Islamischen Dachverbandes Heilbronn e.V. – vertreten durch den Vorsitzenden Abdulhamid A. Tittus und
der Stabsstelle Partizipation der Stadt Heilbronn – vertreten durch die Leiterin Roswitha Keicher und Integrationsbeauftragte Victoria Hepting

Deutsche Islam Konferenz - Thema "Wohlfahrtsarbeit" - hier: Heilbronn

Zusammenfassung der Leiterin der Stabsstelle für Partizipation und Integration zur Arbeit mit und für Muslime in Heilbronn.

Die Seiten 56 bis 63 sind sicher nur eine Übersicht (CIAK, RfP, Muslimische Krankenhausseelsorge, Kulturelle Mittler) und weiterhin gibt es eine große Anzahl an weiteren Aktivitäten.

Das komplette Dokument (» hier)
Ein Auszug des Dokuments der DIK zum Download:

Arabisch-Grundkurs für Anfänger

Unterrichtsbeginn & Anmeldung am 12.01.2016 - 19:00 Uhr in den Räumen der GdM in der Salzstraße 35 in Heilbronn.
Unterricht in zwei Gruppen - Männer & Frauen
Für Fragen und Anmeldung:
0178-1694072 oder per Mail: vorstand@idhn.de
Bitte teilen und die Informationen an Interessenten weitergeben!

"Solidarisch an der Seite Frankreich"

islam.de - ZMD verurteilt Terroranschläge aufs Schärfste: "Diese Terroristen führen Krieg gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam"

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt diese schrecklichen und orchestrierten Kriegsattacken gegen die Menschlichkeit gestern Nacht (13.11.2015) in Paris aufs Schärfste.

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek sagte dazu in einer ersten Reaktion: „Wir sind tief erschüttert über diesen feigen und perfiden Massenmord. Wir stehen solidarisch an der Seite Frankreichs und trauern um die vielen Opfer und sind in Gedanken und Gebeten bei den Familienangehörigen.“

Diese Terroristen führen Krieg gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam. Ihr Ziel, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu säen, wird niemals aufgehen, wenn wir wachsam, entschlossen und vor allem gemeinsam handeln. Wir appellieren insbesondere an Medien und Politik den Terroristen nun nicht auf dem Leim zu gehen, indem ihre pseudo-religiösen Begründbarkeiten einfach unkritisch übernommen werden und damit der Vereinnahmung des Islam weiter Vorschub geleistet wird.

 

Originaltext (» hier)

Der Christlich-islamische Arbeitskreis (CIAK) Heilbronn lädt herzlich zu folgendem
Themenabend ein:

„Du sollst Dir kein Abbild machen“ Bilder im Christentum und im Islam

Dienstag, den 20.10.2015 um 20:00 Uhr

 

Referenten zu diesem Thema sind:
Herr Otto Friedrich, Dekan, Heilbronn
Herr Hasan Temiztürk, Freischaffender Künstler*, Offenbach
Anschließend ist noch reichlich Zeit für den gegenseitigen Austausch vorgesehen.

 

Veranstaltungsort:
Evangelische Friedensgemeinde
Moltkestraße 80
74076 Heilbronn

 

* Herr Hasan Temiztürk wird einige seiner kalligraphischen Werke an dem Abend ausstellen. (http://www.artislamic.eu/)

SELAM - Islam- und Koranunterricht für Grundschüler

Ab September 2015 werden wir jeden Sonntag deutschsprachigen Unterricht für Grundschüler anbieten. Das pädagogische Konzept wurde durch Schwester Sükran Tittus in Zusammenarbeit mit erfahrenen Geschwistern erarbeitet.
Für Fragen und Anmeldung ist sie mit einer Mail an s.tittus@gmx.de ganz einfach zu erreichen.

 

Interessierte Eltern können sich auch über 0178-1694072 melden.

Sechs gute Gründe, warum Muslime fasten

In Deutschland wird das Fasten im Ramadan oft nur mit dem Verzicht auf Essen und Trinken gleichgesetzt. Doch das Fasten ist viel mehr. Islamwissenschaftler Ahmet Inam fasst zusammen, worum es Muslimen beim Fasten eigentlich geht.

Artikel von: Ahmet Inam, Islamwissenschaftler (M.A. in Bochum) und Doktorand am „Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam“ in Frankfurt. Mitglied im "Muslimische Theologinnen und Theologen Bund Europa e.V." In Herne geboren, verheiratet und hat drei Töchter.

 

Original-Artikel (» hier)

Der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland ist das Fasten zwar nicht unbekannt, dafür aber doch vielen das islamische Fasten. Es dauert von der Morgendämmerung bis hin zum Sonnenuntergang und das einen Monat lang. Während in den Wintermonaten das Fasten im Ramadan keine große Aufmerksamkeit bekommt, ist es im Sommer ganz anders: Die Medien weisen immer wieder auf die Schwierigkeit des Fastens an heißen Tagen hin. Im Vordergrund steht meist der Verzicht auf das Essen und Trinken. Für Muslime aber stehen spirituellen Aspekte des Fastens im Zentrum. Darauf soll dieser Beitrag eingehen und auf gemeinsame Werte erinnern.

 

1. Demut und Ehrfurcht.

Das Fasten ist ein Gottesdienst, eine gute Tat für Gott. Der Fastende erfährt, wie stark er an Gott und an seine Gaben gebunden ist. Entsprechend soll er sich selbst nicht höher sehen, als er tatsächlich ist: nämlich nur ein Geschöpf. Der Mensch, ob Mann oder Frau, ein Weißer oder ein Schwarzer, ob reich oder arm ist abhängig von den Gaben Gottes und soll dafür stets dankbar sein.

Diese Erfahrung der Dankbarkeit macht der Fastende spätestens dann, wenn er die Gaben wieder kosten darf. Er lernt Ehrfurcht und Achtung vor der Schöpfung Gottes, sprich vor der Natur. Dazu gehört der Umgang mit Pflanzen und Tieren, die nicht nur Nahrung liefern, sondern auch Heilung. Diese Erkenntnis soll den Fastenden unter anderem vor Habsucht, Hochmut, Arroganz und vor Maßlosigkeit gegen die Natur schützen.

 

2. Genügsamkeit

Als Bürger in einem reichen Land, in dem den Menschen jegliche Form von Luxus dargeboten wird, in dem sogar Lebensmittel nach Frische und Qualität aussortiert werden, in dem folglich in Übermaß an Verschwendung herrscht, kann eine Erfahrung des Fastens dazu dienen, sich auch mit dem zu begnügen, was der Mensch momentan besitzt oder tatsächlich braucht. Zumindest dürfte eine solche Erfahrung zu einem Umdenken beim Umgang mit den Lebensmitteln verhelfen.

Wie sehr würden viele Fastende während des Fastens in diesen heißen Tagen nur ein Schluck Wasser trinken wollen. Die geringste Menge würde dem Menschen in einem solchen Moment reichen. Sofern der Mensch sich an dieser Erfahrung orientiert, ist es gut möglich, weniger maßlos zu agieren, wenn er wieder in uneingeschränktem Besitz dieser Gaben ist. Daher soll das Fasten auch die Not und das Hungern vieler Menschen in Erinnerung rufen.

Die Genügsamkeit kann uns Menschen vor weiterer maßloser Prasserei schützen. Entgegen der falschen Vorstellung von Freiheit durch TV-Werbungen und Sendungen, die uns einreden wollen, wir wären freier, wenn wir die neuesten technischen Errungenschaften kaufen, werden wir tatsächlich durch die Erleichterungen noch abhängiger. Die technischen Errungenschaften bieten uns viele Hilfen an, dies ist nicht zu bezweifeln, doch inwieweit gibt uns das mehr Freiheit, wenn dieser Hype nach mehr Erleichterung (bzw. Bequemlichkeit) und die Sucht und Gier nach der neuesten Modeartikel, nach dem neuesten Modell eines Autos oder Handys das Denken und das Leben mitbestimmt? Und dies geschieht wiederum – schauen wir auf die Fabriken der Superkonzerne in den industriell armen Ländern – nicht minder auf Kosten vieler Anderer.

 

3. Selbstkontrolle/Selbstdisziplin

Jeder Mensch besitzt eine Seele. Eine Stufe der Seele, welche den Menschen stets zum Schlechten verführt und verleitet, wird Triebseele genannt. Umgangssprachlich ist es der innere Schweinehund. Der Mensch besitzt von Natur aus negative Eigenschaften, die seinen Charakter mitbestimmen. Durch die Erfahrung des Fastens kann der Mensch alleine mit dem Aspekt der Geduld lernen, negative Eigenschaften wie Zorn, Gier, Eilfertigkeit in gewissem Maße unter Kontrolle zu halten. Dagegen dürfte die Ausprägung der positiven Eigenschaften, für die ebenfalls Selbstdisziplin in gewissem Grade notwendig ist, dem Menschen zugleich die Geistesfreiheit gewähren. Wie schon Friedrich Schiller passend formulierte: „Beherrschung der Triebe durch die moralische Kraft ist Geistesfreiheit, und Würde heißt ihr Ausdruck in der Erscheinung“.

So sollen die Muslime während des Fastens weder Obszönes sagen noch sich schlecht benehmen, weder schreien noch Krach machen, weder beleidigen noch sich darauf einlassen.

 

4. Das Wir-Bewusstsein

In einer Gesellschaft in der der einzelne Mensch, trotz der vielen technischen Möglichkeiten der Kommunikation und der Kontaktbildung, einsamer wird – und nicht selten sogar wegen dieser Möglichkeiten, kann die Erfahrung des gemeinsamen Fastenbrechens, die gemeinsam verrichteten Gottesdienste oder die gemeinsamen Koranrezitationen im Monat Ramadan von dieser Einsamkeit eventuell befreien oder einfach nur das Wir-Gefühl intensivieren. Selbst wenn im Islam die Individualität des Einzelnen hervorgehoben wird, so ist der Islam zugleich oder sogar mehr eine Religion der Gemeinschaft. Der Islam fördert und verlangt nicht nur die Geschwisterlichkeit unter den Gläubigen, sie fördert und verlangt zugleich von den Muslimen, auf Probleme und Wünsche von Nicht-Muslimen einzugehen.

Das Wort Ummah, was heute für die globale muslimische Gemeinschaft verwendet wird, wurde vom Propheten in dem berühmten Vertrag von Medina für alle Medinenser verwendet und sie alle waren dazu verpflichtet, sich gegenseitig zu schützen und zu helfen. Zu diesem Ummah gehörten die Muslime, die Juden, die Christen und auch die Polytheisten in Medina.

Alleine die Gebote über die Rechte der Nachbarschaft – unabhängig von Religion, Stand oder Nation – bezeugt nicht nur den innerislamischen Gemeinschaftssinn, sondern fördern auch das interkulturelle und interreligiöse Gemeinwohl. So wird in diesem Fastenmonat nicht nur angehalten, mit Glaubensgeschwistern das Fasten zu brechen, sondern dazu auch angeraten, nicht alleine zu essen. Stattdessen soll man Nachbarn, Freunde, Bedürftige oder Reisende zu sich einladen. Das Fastenbrechen wird somit zu einem bescheidenen, unbefangenen und anhaltenden Vorurteilsbrechen.

Des Weiteren ist das Fastenbrechen zugleich auch ein Streitbrechen. Es ist Ritus, während der Fastentage oder spätestens in den abschließenden Feiertagen, frühere Streitigkeiten zwischen Freunde und Verwandte zu vergessen und sich zu versöhnen.

5. Geduld

Die Geduld besitzt eine enorme Bedeutung im Islam und wird sogar als die Hälfte des Glaubens beschrieben. Der Prophet Muhammad (saw) sagte einer Überlieferung zufolge, dass der wahre Held derjenige ist, der seine Wut besiegen oder unter Kontrolle halten kann. Die Fähigkeit zur Geduld kann mit dem Fasten sehr gut ausgebaut werden. In einer Zeit der Enthaltsamkeit vom Essen und Trinken, besonders jetzt in den langen und heißen Tagen, dürfte für den Fastenden nicht leicht sein, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten, und doch wird dies eben verlangt. Die Muslime sollen nicht nur von sich aus versuchen, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten, sie sollen sich auch vor Provokationen schützen und sich davon fernhalten.

Ein Grundsatz im Islam ist, dass im jedem Schlechtem etwas Gutes sein kann oder etwas Schlechtem etwas Gutes folgen kann. Handelt nun der Fastende gemäß diesem Grundsatz und erwartet geduldig in etwas Schlechtem etwas Gutes, so dürfte er durch diese Erkenntnis und Erfahrung nicht mehr so leicht anfällig auf Provokationen sein. Provokationen, von welcher Seite auch immer, werden somit ihre Ziele – Hass und Chaos zu schaffen – weniger oder gar nicht erreichen können.

 

6. Fürsorge und Hilfsbereitschaft

Ein weiterer Grundsatz im Islam ist, dass Bedürftige nicht nach ihrer Herkunft und Religion gefragt werden. Diese Fürsorge und Hilfsbereitschaft wird insbesondere im Ramadan hochgeschätzt. Muslime sollen, sofern sie in der finanziellen Lage sind, ein Entgelt, die fitra bezahlen, mit der den Bedürftigen geholfen werden soll. Und dies soll noch vor den Feiertagen geschehen, unter anderem auch deshalb, damit den Bedürftigen die Möglichkeit gegeben wird, an diesen Feiertagen würdig teilzunehmen.

Weiterhin wird in vielen Ländern traditionell in diesem Monat auch die sogenannte Almosensteuer (die zakah) gesammelt. Und des Weiteren sollen die Muslime, die nicht fasten können, für diese fehlenden Tage jeweils für einen Armen oder für eine arme Familie eine Ersatzleistung, die fidya, entrichten. Zu guter Letzt wird im Vers 2:184 den Fastenden und nicht Fastenden Muslimen angeraten, mehr gute Werke zu leisten. Dies kann in Form einer Spende sein oder auf andere Weise, mit denen gesellschaftliche und nachbarschaftliche Fürsorge und Hilfe geleistet werden kann.

 

Fazit

Demut, Ehrfurcht und Respekt vor dem Leben, vor der Natur und vor den Gaben Gottes; gegen die Habsucht, Zerstörung, Arroganz und Hochmut; Genügsamkeit gegen die Prasserei, Verschwendung und gegen die soziale Ungerechtigkeit; Selbstkontrolle und Selbstdisziplin gegen die schlechten Eigenschaften; das Wir-Gefühl gegen die Vereinsamung, gegen Vorurteile, Rassismus, Streit und gegen den Egoismus; die Geduld gegen Wut und Hass, gegen Provokationen und somit für eine friedliche Ordnung; Fürsorge und Hilfsbereitschaft für eine soziale Verantwortung und gegen die soziale Ungerechtigkeit, gegen Neid, Gier, Hass und gegen vieles mehr, sind nur vereinzelte Beispiele einer möglichen und tatsächlichen Lehre des Fastens.

 

 

Ramadan: Tausend Monde

Sükran Tittus (Foto: privat) vom Islamischen Dachverband Heilbronn

EchoNews - Artikel vom 14.06.2015

 

Der Monat Ramadan steht wieder vor der Tür. Kommende Woche werden Muslime auf der ganzen Welt anfangen, zu fasten. Die Wortbedeutung des Ramadans ist "der neunte Monat", genannt wird er jedoch "der König der Monate", da die Offenbarung des Korans in diesem Monat begann und die Nacht des Schicksals, die segensreicher ist als tausend Monate, in diesem Monat liegt.

 

In Sure 2 Vers 183-185 steht: "Oh ihr Gläubigen, euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht Gottes bewusst werdet. Abgezählte Tage sind es und wer über Gehorsam Gutes tut, für den gibt es Gutes und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es wisst. Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist, der soll ihn fasten, wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Allah will für euch Erleichterung. Er will für euch nicht Erschwernis, damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist, dafür, dass Er euch recht geleitet hat, auf dass ihr dankbar sein möget."

 

Das ist unter anderem einer der Gründe, warum viele Muslime außer der Enthaltsamkeit von Essen und Trinken während des Tages, im Ramadan mehr, oft sogar den ganzen Koran lesen. Ein anderer: Da Koranlesen auch Gottesdienst ist und − wie schon erwähnt − der Monat Ramadan segensreicher als tausend Monate ist, wollen viele Muslime die Chance nutzen und so viel Segen wie möglich bekommen.

Die Himmelstore der Barmherzigkeit und Vergebung öffnen sich und warten auf Bittgebete. Der Prophet sagte: "Im Paradies gibt es ein Tor das Rayyan heißt, da dürfen nur die Fastenden eintreten. Nachdem alle Fastenden eingetreten sind, schließen sich die Tore wieder.

 

Die zeitgebundene Enthaltung als Gottesdienst erinnert den Menschen an sein Menschsein. Die Gläubigen haben in diesem Monat nur ihr Ego, das sie von vielfachem Segen abhält. Daher nutzen sehr viele Gläubige in diesem Monat einen Teil ihres Urlaubs und versuchen dann, diese Zeit besinnlich zu verbringen.

 

Artikel online hier

ZMD gibt Zeiten für den Fastenmonat bekannt

"Wir bitten Gott, uns Zuflucht vor diesen Heimsuchungen zu gewähren, und wir bitten Ihn, all denen die Herzen zu öffnen und zu stärken, die Frieden und Eintracht zurückbringen wollen. Möge Allah, der Erhabene, gerade in diesen kommenden heiligen Tagen unser Fasten, unsere Gebete und Bittgebete annehmen"


Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) gibt bekannt, dass der Fastenmonat Ramadan am Donnerstag 18. Juni 2015 (erster Fastentag) beginnt und am Donnerstag 16. Juli 2015 endet. Der erste Tag des Festes des Fastenbrechens (Id Ul-Fitr) ist somit Freitag, der 17. Juli 2015.

 

Der ZMD setzt sich seit 2008 für die exakte astronomische Berechnung zur Festsetzung von Beginn und Ende der Mondmonate ein. Diese wurde gemeinsam mit dem Koordinationsrat (DITIB, IRD, VIKZ und ZMD) als verbindlich erklärt. Er betrachtet diese Methode als die geeignetste in Deutschland, um die Einheit des Islam in Deutschland bei diesem wichtigen Datum zu gewährleisten. Diese wurde unter anderem auch in einer gemeinsamen Erklärung des European Council for Fatwa and Research (ECFR) und vom OIC, der Organisation der Islamischen Konferenz , als Grundlage und für angemessen erklärt.

 

Der ZMD-Vorsitzende Aiman A. Mazyek beglückwünscht die Muslime zum kommenden Fastenmonat und wünschte ihnen: „Gottes Segen, Barmherzigkeit und angenommenen Werke in diesem fruchtbaren und heiligen Monat des Islam“. Er erinnerte die Muslime an den Sinn und Gehalt des Fastens und sagte, „dass diese Zeit besonders in Solidarität mit den Schwachen und Armen in der Welt gelebt wird“.

 

Der Vorsitzende schloss mit den Worten: „Liebe Schwestern und Brüder, derzeit werden die islamische Welt und die Muslime weltweit heimgesucht von schweren kriegerischen und sozialen Erschütterungen, von Uneinigkeit und Zwietracht. Wir bitten Gott, uns Zuflucht vor diesen Heimsuchungen zu gewähren, und wir bitten Ihn, all denen die Herzen zu öffnen und zu stärken, die Frieden und Eintracht zurückbringen wollen. Möge Allah, der Erhabene, gerade in diesen kommenden heiligen Tagen unser Fasten, unsere Gebete und Bittgebete annehmen."

- MiGAZIN - http://www.migazin.de -

Islamfeindlichkeit? Die Bundesregierung hat keinen blassen Schimmer

Stadt Heilbronn sucht Integrationslotsen - Fortbildung startet im Februar

Heilbronner Stadtzeitung - 11.12.2014

Die Stabsstelle Partizipation und Integration will in Heilbronn ein neues Netzwerk von mehrsprachigen Integrationslotsen - so genannten Welcome Guides - aufbauen. Damit sollen Neuzuwanderer bei Behörden und bei der Migrationsberatung unterstützt werden.


„Die aktuell sehr starke Zuwanderung, insbesondere von Familien, erfordert noch mehr Struktur und Begleitung“, sagt Roswitha Keicher, Leiterin der Stabsstelle Partizipation und Integration. Die eigens konzipierte und modular aufgebaute Fortbildung startet im Februar 2015, noch im Dezember sind Informationstreffen geplant.
Gefördert wird das Projekt durch die Baden-Württemberg-Stiftung:

Bis 2017 fließen 41.000 Euro in Qualifizierungsmaßnahmen für diese Wegweiser und Gesprächsmittler, die möglichst viele Kulturkreise abdecken sollen.


INFO: Interessierte können sich an Kaltrina Fetahaj unter Telefon 07131/56-4482 oder EMail: integration@stadt-heilbronn.de wenden.

Die Bundesregierung kann nicht sagen, wie viele islamfeindlich motivierte Straftaten es im Jahr 2014 gab. Sie kann auch nicht sagen, wie viele Tatverdächtige oder Opfer es gab. Kurz: sie hat keine Ahnung. Von Birol Kocaman

 

Die Bundesregierung hat keinen blassen Schimmer. So lässt sich eine aktuelle Antwort des Bundesinnenministeriums (Drs. 18/4269) wohl zusammenfassen. Die Linke im Bundestag wollten wissen, welche Erkenntnisse der Regierung über Islamfeindlichkeit und antimuslimische Straftaten für das Jahr 2014 vorliegen. Bis auf eine offensichtlich unvollständige Auflistung mit 45 registrierten Übergriffen auf Moscheen – meist rechtsmotiviert – kann das Ministerium so gut wie keine Auskunft erteilten.

 

Sie kann weder sagen, wie viele islamfeindlich motivierte Straftaten verübt wurden noch kann sie sagen, wie viele Personen verletzt oder getötet wurden; sie weiß auch nicht, welcher materielle Schaden entstanden ist oder wie viele Personen festgenommen bzw. verurteilt wurden, wie viele Ermittlungsverfahren eingeleitet und wieder eingestellt wurden. Ja, das Ministerium kann nicht einmal sagen, ob es gezielte Polizeioperationen wegen islamfeindlicher Straftaten gegeben hat.

 

Der Grund für dieses Unwissen ist einfach: Islam- bzw. muslimfeindliche Straf- und Gewalttaten werden im Kriminalpolizeilichen Meldedienst nicht gesondert erfasst. Dort wo eine muslimfeindliche Straftat registriert wird, wird sie dem Oberbegriff “Hasskriminalität” zugeordnet und laut Ministerium “gegebenenfalls auch noch bei den Unterthemen fremdenfeindlich”gezählt.

 

Das ist problematisch aus zwei Gründen:

(1.) Ohne zuverlässige Zahlen entzieht sich das Problem jeglicher Beobachtung und Forschung. Ob mögliche Maßnahmen greifen, Übergriffe auf Muslime steigen oder zurückgehen aufgrund irgendwelcher Ereignisse, Gesetzesänderungen oder sonstiger Initiativen oder Projekte bleibt immer im Dunkeln. Hat sich “Pegida” auf die Zahl islamfeindlicher Straftaten ausgewirkt? Wird sich die Strafgesetzänderung von vergangener Woche als Reaktion auf die NSU-Morde bei islamfeindlich motivierten Delikten bemerkbar machen? Wir werden es nie erfahren.

(2.) Zudem ist es wohl das Dümmste, aus muslimfeindlichen Straftaten fremdenfeindliche Straftaten zu machen. Da können Präsidenten, Kanzler und Innenminister noch so sehr hoch und runterbeten, dass Muslime auf jeden Fall zu Deutschland gehören. Sobald sie Opfer einer islamfeindlichen Straftat werden, werden sie kurioserweise zu Fremden.

 

Ganz anders ist das bei antisemitischen Straftaten. Diese werden separat erfasst und Monat für Monat, Jahr für Jahr veröffentlicht. Sie sensibilisiert nicht nur, sondern liefert auch der Wissenschaft die Basis für die Gewinnung von wertvollen Informationen über mögliche Ursachen, die wiederum in die Präventionsarbeit einfließen.

Gründe, wieso das nicht auch bei Islamfeindlichkeit möglich sein soll, gibt es allenfalls auf politischer Ebene, die wiederum gerne auf die komplexe organisatorische Ebene verweist. Sachlich hingegen spricht nichts dagegen und umso mehr dafür: Laut einer Anfang Januar 2015 veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung empfinden deutlich mehr als die Hälfte der nichtmuslimischen Bevölkerung in Deutschland “den Islam” als Bedrohung; islamische Religionsgemeinschaften warnen seit Jahren vor steigenden Übergriffen auf Muslime und ihre Einrichtungen; auch die Wissenschaft und Teile der Politik fordern immer häufiger belastbare Zahlen.

 

Derweil werden Proteste von Kurden und Linken gegen den Terror der Terrororganisation IS ebenso unter Hasskriminalität/Religion verbucht wie rassistisch oder islamfeindlich motivierte Anschläge auf Moscheen. Bleibt zu hoffen, dass die laufende Diskussion und Überprüfung dieser Tragik-Komödie “im Kreis der Fachexperten” nicht allzu lange dauert.

 

Original-Artikel (» hier)

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