Islamischer Dachverband Heilbronn e.V. (IDHN e.V.)
Islamischer Dachverband Heilbronn e.V. (IDHN e.V.)

Das Eintreten des Todes

...Allahs Gesandter (s.a.w.s.) nahm Ibrahim* (auf), küßte ihn und atmete seinen Geruch ein. Später traten wir (wieder) bei ihm ein, als Ibrahim seinen Geist aufgab. aus den Augen von Allahs Gesandtem (s.a.w.s.) begannen (Tränen) zu fließen. Abdur-Rahman Ib Auf sagte da zu ihm: "Auch du, Gesandter Allahs?" Er antwortete: "Ibn Auf, das ist Barmherzigkeit." Dann begann er von neuem (zu weinen) und sagte: "Das Auge weint, das Herz trauert, und wir sprechen nur das, was unser Herr gutheißt. Durch deinen Weggang Ibrahim sind wir schmerzerfüllt." (überliefert von Anas)
* Mohammeds (s.a.w.s.) Sohn Ibrahim starb noch im Säuglingsalter (Anm. d. Red.)

 

Das Menschenbild im Islam ist geprägt von einer realistischen Einschätzung seiner Stärken und Schwächen. Der Verlust eines Angehörigen gehört zu den tiefgreifendsten und erschütterndsten Erfahrungen eines Menschen. So wäre es unmenschlich von ihm zu verlangen, seine Emotionen kontrollieren zu müssen und den Tod als Schicksal hinzunehmen. Trauer und Traurigkeit sind gottgegebene Gefühle, die das Gegenstück zu Glück und Liebe sind.

Keinen Platz in der islamischen Trauervorstellung hat jedoch Hysterie, Selbstgeisselung oder Hadern. Wie alle Verhaltensweisen muss auch Trauer eine Ergebung in Gottes Wille sein. Allahs (t) Wille war es, diesen geliebten Menschen zu eben diesem Zeitpunkt zu sich zu nehmen. Manche Zeitpunkte scheinen aus menschlicher Sicht grausam und unlogisch. Doch in Allahs (t) Plan hat alles einen Sinn, und diesen zu ergründen liegt nicht im Ermessen des Menschen.

Der Verstorbene war ein Geschenk/Gnade an uns und Er hat die Person wieder zu sich genommen.